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Sie sind hier → HomeDas NeNA-NetzwerkInterviewsInterview mit Brigitte Dost

„Wege aus der Mobbingfalle suchen”

Brigitte Dost Brigitte Dost, diplomierte Physikerin und Psychologin, arbeitete mehrere Jahre als Projektmanagerin. Im Rahmen dieser Tätigkeit moderierte sie zahlreiche Führungsgespräche. Ihre Ausbildung zum Coach absolvierte sie am Hephaistos Coaching-Zentrum in München. Neben ihrer Arbeit für NeNA bietet Brigitte Dost Projektcoaching an. In ihrer Beratung hat sie auch mit Mobbingopfern zu tun.

Wie gehen Sie mit Mobbingopfern um?
Wir versuchen zu analysieren, wie es zu der einzelnen Mobbing-Situation gekommen ist. Es ist wichtig, dass der Kandidat seinen Anteil daran versteht, um Wiederholungen zu vermeiden und grundsätzlich achtsamer zu werden. Ich gebe ihm dafür ein Rüstzeug in die Hand.

Wie sieht die Problembewältigung im Einzelnen aus?
Wir versuchen die Negativerfahrungen in den Gesprächen gemeinsam aufzuarbeiten, damit sich die Betroffenen überhaupt auf einen neuen Beruf einlassen können. Mittlerweile haben viele Mobbingopfer eine neue Stelle gefunden.

Wie bauen Sie die Kandidaten wieder auf?
Das wichtigste ist, dass man den Leuten einfach zuhört und ihnen den Raum gibt ihre Wut, Trauer und Enttäuschung über den letzten Arbeitgeber in Worte zu fassen. In der Gesellschaft liegt der Fokus häufig darauf, sofort weiterzumachen. Der Enttäuschung und Wut stellen sich die Kandidaten gar nicht. Dann ist es vorprogrammiert, dass es im nächsten Job ähnlich schlecht läuft.

Mit was für Problemen sehen sich die Kandidaten noch konfrontiert?
Die meisten müssen erstmal verdauen, dass sie arbeitslos geworden sind. Da entwickeln wir Strategien zur Problemlösung. Manchmal gibt es aber Kündigungsschutzklagen, wo es um Streitereien mit dem alten Arbeitgeber geht. Das besprechen wir auch, wobei ich in dem Sinne keine Rechtsberatung gebe. Da verweise ich dann auf Rechtsanwälte.

Wie gehen Sie dagegen an?
Bei einer Kandidatin, die von einem Job in den nächsten geriet, sind immer wieder die gleichen Muster aufgetreten. Dieses Muster haben wir dann gemeinsam in vielen Sitzungen analysiert, damit es im neuen Beruf endlich klappt.

Welche Voraussetzung muss ein Kandidat haben, um sein Ziel zu erreichen?
Er muss eine gewisse Selbstständigkeit mitbringen. Coaching ist eine Hilfe zur Selbsthilfe. Insofern kann ich dem Kandidaten Anstöße und Anregungen geben. Aber gehen muss er den Weg selbst.

Sie sind ausgebildete Diplomphysikerin und Diplompsychologin. Wie können Sie diese Ressourcen für das Coaching nutzen?
Von meiner Arbeit in der Industrie bringe ich auf alle Fälle das analytische Denken mit – das Strukturieren, das Hinterfragen, Verbindungen knüpfen. In der Psychologie achtet man oftmals mehr auf die Emotionen. Diese Kombination finde ich gut, wertvoll und wichtig.

Wie unterscheidet sich für Sie die Beratung von Männern und Frauen?
Frauen haben mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Denn auch heutzutage ist es unheimlich schwer, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Gerade deswegen liegt das Frauencoaching mir besonders am Herzen.