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Sie sind hier → HomeInterview mit Dr. Beise

„Erfolg ist, überhaupt einen Job zu haben”

Portrait Dr. Marc Beise Dr. Marc Beise, 50, leitet seit 2007 die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung. Als Wirtschaftsexperte und Führungskraft weiß er, was sich in Zeiten der Wirtschaftskrise in den Köpfen ändern muss - seiner Meinung nach ist die Krise noch nicht überstanden.

Wie kann ein Coaching angesichts der momentanen Arbeitsmarktlage helfen?
Gerade in Krisenzeiten macht Coaching sehr großen Sinn. Ziel muss es sein, die Menschen möglichst schnell aus der Arbeitslosigkeit heraus zu holen. Deswegen ist es hilfreich, so früh wie möglich Unterstützung zu bekommen. Wenn in den nächsten Monaten die Arbeitslosigkeit um sich greift, werden viele Menschen sich große Sorgen machen. Auch diejenigen, die eine Arbeit haben, müssen sich möglicherweise darauf einstellen, dass ihr Job gefährdet ist.

Wie sicher sind Arbeitsplätze gegenwärtig?
Man sollte sich im Klaren sein, dass kein Job heute noch sicher ist. Niemand kann sich darauf verlassen, den Rest seines Berufslebens bei derselben Firma zu bleiben. Lebenszeit-Jobs sterben aus. Es kann sein, dass eine Arbeit und ein Unternehmen in zwei Jahren nicht mehr existieren. Deshalb müssen wir uns mehr denn je auf Veränderungen einstellen.

Die Begriffe Karriere und beruflicher Erfolg bekommen eine völlig neue Gewichtung?
Ja. Beruflicher Erfolg ist es, überhaupt einen Job zu haben. Mit dem Kopf oder den eigenen Händen Geld zu verdienen, gehört zu unserem Leben. Ebenso wichtig ist, dass diese Arbeit Spaß macht. Wenn beides zusammen kommt, das ist beruflicher Erfolg. Völlig unabhängig von der Frage, auf welcher Karrierestufe man steht.

Wie kann es Arbeitsuchenden gelingen, trotz der erschwerten Umstände einen Job zu bekommen?
Das Können muss passen und die Leistungsbereitschaft muss da sein. Gleichzeitig gehört das Glück dazu, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Wenn ich Mitarbeiter aussuche, dann sind mir Lebenserfahrung, Persönlichkeit und Vielseitigkeit viel wichtiger als ein geschliffenes Auftreten. Ich glaube, dass es vielen Führungskräften bei der Auswahl ihrer Mitarbeiter so geht.

Neben Coaching - was hilft Arbeitsuchenden jetzt am meisten?
Umdenken. Je schwieriger die Zeiten sind, desto flexibler müssen wir sein. Arbeitslose müssen bereit sein, für eine Anstellung ihre Stadt zu verlassen. Oder auch einen Job anzunehmen, der zunächst nicht so optimal passt. Auch Weiterbildung ist äußerst wichtig, um als Mitarbeiter interessant zu bleiben.

Wie schaffen es Arbeitsuchende in Krisenzeiten optimistisch bleiben?
Man darf den Kopf nicht in den Sand stecken. Man muss Elan entwickeln und das Beste aus der Situation machen. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als eine optimistische Sicht auf das Leben zu entwickeln. Mehr denn je ist jeder seines eigenen Glückes Schmied.